Mundgeruch bei Kindern

Bei Kindern ist die Mundflora üblicherweise im Gleichgewicht. Deshalb ist Mundgeruch fast immer der Hinweis auf eine akute Erkrankung. Mundgeruch bei Kindern tritt vor allem bei diesen Krankheiten auf:

Mundfäule: eine Entzündung von Zahnfleisch, Zunge und Mundschleimhaut. Diese hoch fieberhafte, extrem anstreckende Erkrankung äußert sich vor allem durch starken Mundgeruch. Es entstehen stark schmerzende, weißlich-gelbe Bläschen. Das Kind kann kaum essen und trinken. ZUM ARZT!

Mandelentzündung (Angina): Viele Kinder haben bei einer Angina keine Schluckbeschwerden, nur Bauchschmerzen. Unangenehmer Mundgeruch tritt meist bei einer eitrigen Angina auf. Der Arzt wird dann eitrige Pünktchen auf den Mandeln feststellen. Auch bei einer Entzündung der Nasennebenhöhlen kann Mundgeruch auftreten.

(Unerkannte) Diabetes-Erkrankung:Der Mundgeruch riecht wie Nagellack-Entferner. ZUM ARZT!

Zahnen: keine Krankheit, aber für viele Kinder belastend. Mundgeruch ist möglich.

Zu geringe Trinkmenge: Kinder sollten ein bis eineinhalb Liter pro Tag trinken – möglichst zuckerfreie Getränke, damit die Bakterien im Mund keine zusätzliche Nahrung erhalten.

Wichtig: Hat ein Kind Mundgeruch ohne erkennbare sonstige Erkrankung, sollten Sie das Gespräch mit dem Kinderarzt suchen.

Sonderfall juvenile und präpubertäre Parodontitis

Diese Erkrankung kommt selten vor. Deshalb wird sie oft mit wackligen Milchzähnen verwechselt. Die Gefahr dabei: Das Kind ist mit besonders aggressiven Bakterien infiziert, die schnell große Teile des Zahnfleischs zerstören. Betroffen sind Kinder im Alter von etwa 6 bis 12 Jahren. Sie verlieren oft mehrere bleibende Zähne, bis die Erkrankung gestoppt wird.
Betroffen sind sowohl gesunde Kinder wie auch Kinder mit bestimmten Vorerkrankungen – insbesondere Typ-1-Diabetes, Down- und Papillon-Lefevre-Syndrom.

Durch sorgfältige Kontroll-Untersuchungen mittels Parodontalsonde lässt sich die Erkrankung früh erkennen und behandeln. Eltern können den Zahnarzt gezielt darauf ansprechen.